Risikomanagement

Risiken minimieren

Die Deutsche Bank legt seit jeher ein besonderes Augenmerk auf ein wirkungsvolles Risikomanagement. Mit Blick auf die Turbulenzen an den Kapitalmärkten haben wir unsere Richtlinien und Prozesse in diesem Bereich in den letzten Jahren noch einmal überprüft und weiter überarbeitet.


Unser konzernweites Risikomanagement gehört zu den zentralen Aufgaben des Vorstands. Es bezieht sich auf alle relevanten Aspekte unserer Geschäftstätigkeit und schließt ökologische, soziale und Governance-Gesichtspunkte ein. Auf die einzelnen Konzernbereiche abgestimmte Risikogrundsätze und Richtlinien sowie systematische Verfahren zur Messung, Überwachung und Steuerung von Risiken unterstützen die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen der Bank.

Instrumente und Steuerung

Unsere konzernweit gültige Richtlinie zum Management von Reputationsrisiken formuliert deutlich die Erwartungen an den internen Umgang mit Reputationsrisiken.

Im Sinne dieser Richtlinie liegt die Hauptverantwortung für die Identifizierung und Eskalation von Reputationsrisiken und deren Lösung bei den Geschäftsbereichen vor Ort.

Die bankinternen Kontrollgruppen (wie z. B. Compliance, die Rechtsabteilung oder das Kreditrisikomanagement) stehen den Geschäftsbereichen dabei unterstützend und beratend zur Seite, um sicherzustellen, dass Reputationsrisiken angemessen identifiziert, eskaliert und zufriedenstellend geklärt werden.

Ist eine einvernehmliche Regelung hinsichtlich Reputationsrisiken einzelner Transaktionen nicht möglich, erfolgt die Eskalation in eines unserer regionalen oder geschäftsbereichsbezogenen Reputational Risk Committees oder an unser Group Reputational Risk Committee. Letztgenanntes ist als Sub-Committee des Risk-Executive Committee unter dem Vorsitz des Chief Risk Officer der Deutschen Bank eingerichtet. Zu den weiteren Mitgliedern dieses Committee gehören die Leiter der verschiedenen Risikomanagement-Funktionen der Bank sowie seit 2009 auch der Group Head of Communications and Corporate Social Responsibility.


Neben dem Group Reputational Risk Committee erhält auch das Risk Executive Committee monatlich einen Bericht über die Eskalationen im Reputational Risk Management-Prozess. Im Jahr 2009 wurde über 89 Transaktionen berichtet; 7 % davon betrafen ökologische, soziale und Governance-Aspekte.

„Green Filter“ zur Abwägung von Klimarisiken

Um die steigende Relevanz von Klimarisiken besser in unseren Risikoabwägungen zu berücksichtigen, haben wir 2009 einen „Green Filter“ entworfen. Im Januar 2010 wurde dieser in unsere Konzernrichtlinie für das Management von Reputationsrisiken integriert. Damit beziehen wir künftig in unsere Entscheidungen ein, ob bestimmte Transaktionen zur Verbesserung der CO2-Effizienz beitragen. Diese Überlegungen werden vor allem in kohlenstoffreichen Sektoren wie Kohle, Forst- und Landwirtschaft, Bergbau, Zementherstellung und Chemie relevant sein.

Insgesamt sind alle unsere Mitarbeiter verantwortlich für das ordnungsgemäße Management von Reputationsrisiken, die die Bank betreffen. Wird dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, so kann dies unter anderem negative Auswirkungen auf die Höhe der individuellen variablen Vergütungsbestandteile haben.

Globale Kreditrichtlinien und internationale Standards

Unsere globalen Kreditrichtlinien enthalten Regelungen zum Umgang mit Waffen, geächteten Produkten oder Gefahren für Klima und Umwelt (siehe Schaubild). Transaktionen, die diese Bereiche tangieren, bedürfen einer besonderen Prüfung durch unser Senior Management. Für die Prüfungen sind das Group Reputational Risk Committee und das Group Credit Policy Committee zuständig.

Schließlich ist selbstverständlich auch die Einhaltung grundlegender gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben sowie international anerkannter Standards und Selbstverpflichtungen Gegenstand unseres Risikomanagements. Dazu zählen etwa Embargovorschriften, Vorgaben der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF), die Weltbankstandards, die OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen sowie die Prinzipien des UN Global Compact und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

Mehr zum Risikomanagement im detaillierten Risikobericht unseres Finanzbericht 2009 / PDF 2,3 MB

Ausgewählte Bausteine / PDF 44 KB


Kreditrichtlinien – zentrale Prinzipien für unser Bankgeschäft

 Waffengeschäfte

„Wir ziehen keine Geschäfte im Zusammenhang mit bestimmten Waffenarten in Betracht, insbesondere Landminen, Streubomben oder ABC-Waffen. […]“

 Pornografie/Rotlichtmilieu

„Die Deutsche Bank nimmt keine Geschäftsbeziehungen mit Parteien auf, die zum Pornografiesektor oder ihm nahestehenden Bereichen (Rotlichtmilieu) gehören oder diesen nahestehen. […]“

 Glücksspiel

„Wir wollen insbesondere nicht mit Parteien in diesem Sektor in Verbindung gebracht werden, bei denen Anzeichen für eine Nähe zu problematischen Bereichen (z. B. Rotlichtmilieu) stehen oder die als Strohleute für illegale Aktivitäten dienen könnten, da z. B. beim Umgang mit Bargeld die Möglichkeit der Geldwäsche besteht. […]“

 Umweltthemen

„Die Deutsche Bank sieht einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt als integralen Bestandteil ihrer Corporate Identity an. […] Neben der Einhaltung gesetzlicher Umweltvorschriften wollen wir natürliche Ressourcen wie z. B. Luft, Wasser und Boden schützen. […] Wir führen keine Finanzierungen für bestimmte weltweit verbotene Produkte wie z. B. FCKW oder Asbest durch. […]“

 Embargos und damit zusammenhängende Einschränkungen

„Alle europäischen Embargos gelten für die gesamte Deutsche Bank Gruppe. Lokale Regelungen, die über die von der EU-Kommission erlassenen Einschränkungen hinausgehen, sind von den jeweiligen Niederlassungen einzuhalten. […]“

Letzte Änderung: 27.5.2010
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