In der vergangenen Woche hat der HB-SIA den längsten und höchsten solarbetriebenen Flug in der Geschichte der Luftfahrt absolviert. Testpilot Markus Scherdel flog den Prototypen 14 Stunden lang und brachte ihn auf eine Höhe von 9000 Metern – so hoch wie der Mount Everest. Die Premiere war allerdings nicht frei von technischen Herausforderungen: während eines Flugmanövers, mit dem Testpilot Scherdel einen Notabstieg trainieren wollte, traten Schwingungen in der Struktur des Flugzeugs auf. Obwohl kein Schaden an der Maschine festgestellt wurde, beschloss die Testleitung, das Flugzeug zur Basis auf dem Flugplatz von Payerne zurückzurufen. Bis zur Landung mussten jedoch noch drei Stunden vergehen, bis sich die sich die Winde am Boden gelegt hatten und das Flugzeug gefahrlos aufsetzen konnte.
Claude Nicollier, Leiter der Flugtests kommentierte nach dem Flug: „Das Team hat den schwierigen Teil des Flugbereichs erkundet. Und wir haben daraus viel gelernt.“ Und Bertrand Piccard erinnerte daran, dass es "in einem experimentellen Projekt wie Solar Impulse, das sich so hohe Ziele gesteckt hat, unvermeidlich ist, dass man früher oder später auf Probleme stößt."
Nachdem die Testflüge, die für das Wochenende geplant waren, verschoben werden mussten, ist nun ein neuer Termin anberaumt: am 29. Juni wird André Borschberg zu einem kurzen Testflug in mittleren Höhen aufbrechen. Der Start ist für 4 Uhr geplant.
Der Testflug soll die Piloten und das Flugzeug auf den ersten bemannten Nachtflug vorbereiten. Dieser soll in den kommenden Tagen stattfinden. Der erste Nachtflug gehört zu den wichtigen Meilensteinen im Solar Impulse Projekt und soll hilfreiche Informationen hinsichtlich des Verhaltens des Flugzeuges in der Nacht liefern. Die Ergebnisse sollen dann dabei helfen, das Solarflugzeug für die Weltumrundung im Jahr 2012/2013 zu verbessern.