17. Mai 2008

Solar Impulse Virtual Flight: 25 Stunden im Cockpit


Bertrand Piccard und André Borschberg beim Virtual Flight 2008
Solar Impulse Hangar, Dübendorf, Schweiz: Wo normalerweise am Prototyp des Solarflugzeugs gebaut wird, haben diese Woche Flugübungen der besonderen Art stattgefunden: der Solar Impulse Virtual Flight 2008, bei dem zum ersten Mal das originalgetreue Cockpit des Prototypen zum Einsatz gekommen ist. Den Anfang der insgesamt viertägigen Testreihe machte am Dienstag Bertrand Piccard, der im Morgengrauen das Steuer des Flugsimulators übernahm und bis Mittwochmorgen 25 Stunden lang einen Flug unter Realbedingungen durchführte. Nach knapp tausend Kilometern „landete“ Bertrand Piccard das Solarflugzeug am Mittwoch um genau 8:43 Uhr sicher auf der virtuellen Landebahn. „Am Anfang dachte ich, ich würde einen Flug simulieren – aber am Ende hat es sich so angefühlt, als würde ich bereits das richtige Flugzeug fliegen“, sagte Piccard kurz nach seiner Landung. André Borschberg bestieg das Cockpit am Donnerstag in den frühen Morgenstunden und absolvierte die zweite 25-stündige Etappe des virtuellen Flugs bis 7:18 Uhr.

Während der Testphasen wurde der Simulator neben aktuellen Wetterdaten auch mit geographischen Parametern gespeist - so zeigten die fünf riesigen Panorama-Bildschirme vor dem Cockpitfenster nicht nur Berge und Täler, sondern auch Wolkenbarrieren sowie Tages- und Nachtzeiten an. Da das Solar Impulse-Flugzeug im Jahr 2011 ganz ohne Treibstoff die Welt umrunden soll, kommt es besonders darauf an, während des Tages genug Energie für den Flug durch die Nacht zu speichern. Ob dies während des 25-stündigen virtuellen Testflugs gewährleistet war, konnten die Solar Impulse-Ingenieure unmittelbar an den Geräten im Kontrollraum überprüfen.

Das Team verfolgte zudem die physiologischen Reaktionen der Piloten: diese trugen während des gesamten Flugs eine Sauerstoffmaske sowie einen Brustgurt, dessen Elektroden und Sensoren es ermöglichen, den Herzrhythmus aufzuzeichnen und die Atemtätigkeit zu überwachen. Um die Reaktions- und Leistungsfähigkeit zu testen, ließ das Team Bertrtand Piccard und André Borschberg unter anderem mathematische Aufgaben lösen. Da die Pilotenkapsel nur einer Person Platz bietet, darf der Pilot bei dem Rekordflug um die Welt 2011 nicht einschlafen – auch das wurde beim Virtual Flight geprobt: nur 20-minütige Schlafphasen mussten ausreichen. Um auch in dieser Zeit etwa auf eine zu starke Seitenneigung des Flugzeugs aufmerksam gemacht zu werden, wurden die Piloten daher mit einem Vibrationsalarm am Körper ausgestattet.
[Mehr Informationen über den Virtual Flight 2008 finden Sie hier]


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Letzte Änderung: 1.8.2011
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