Solar Impulse Video-Insights
Februar 2010
Der HB-SIA auf dem Weg nach Payerne
Riesige Spezialboxen, ein Dutzend Männer und mehrere Trucks brauchte es, um den Prototypen HB-SIA von Dübendorf heil und sicher in die Nähe des Neuenburger Sees zu befördern. Der Grund: Für die Testflüge bezieht Solar Impulse einen neuen Hangar auf dem Militärflughafen Payerne. Für den Transport wurde der Prototyp zerlegt: in Cockpit-Hülle, Höhenruder und drei Flügel-Teile von je rund 20 Metern Länge. Mission erfolgreich geglückt.
Januar 2010
Gute Schwingungen in Dübendorf: Vibrationstests des HB-SIA
Was passiert eigentlich, wenn ein Flugzeug durch Turbulenzen fliegt, der Pilot extreme Flugmanöver unternimmt und dadurch auf den Längsträger Kräfte wirken, die dem Mehrfachen seines Gewichts entsprechen? Wie stabil ist der HB-SIA wirklich? Stimmen die die Computerberechnungen und Simulationen zur Aeroelastizität, der Verformung der Struktur durch Luftströmungen, mit der Realität überein? Um diesen Frage nachzugehen, wurde der Solar Impulse-Prototyp nun zum ersten Mal als Ganzes in Schwingung versetzt.
Dezember 2009
Solar Impulse HB-SIA hebt zum ersten Mal ab
Das Dröhnen wird lauter. Im Cockpit hebt Testpilot Markus Scherdel den Daumen. Flugzeug und Pilot sind bereit für den großen Moment. Langsam setzt sich der Prototyp in Bewegung. Die Luft ist klar, im Hintergrund der Startbahn ragen majestätisch die schneebedeckten Alpen empor. Scherdel beschleunigt bis zur Startgeschwindigkeit. Dann der magische Moment, auf den das Solar Impulse Team in den vergangenen Wochen und Monaten hingearbeitet hat: Der HB-SIA löst sich zum ersten Mal von der Piste und „fliegt“ einen Meter über dem Boden über eine Strecke von 350 Metern. „Wir sind jetzt bereit für die nächste Phase: die Flugtests“, kündigt André Borschberg an. Bleiben Sie gespannt!
November 2009
„Es sah so aus, als wolle er sofort abheben“: Der Prototyp zum ersten Mal unter freiem Himmel
Hektisches Treiben auf dem Flugplatz Dübendorf. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, es ist praktisch windstill – perfektes Wetter für einen ersten vorsichtigen Roll-Out. Im Zickzack wird der knapp 22 Meter lange Prototyp aus dem Hangar gezogen. Draußen montiert das Solar Impulse-Team mit Funkgeräten im Ohr das 4,60 Meter hohe Seitenleitwerk – es ist zu hoch, um aufrecht durch die Hallentore transportiert zu werden. Da das nur 1600 Kilogramm leichte Flugzeug aus teuren, einzeln angefertigten Leichtbauteilen besteht, muss jeder Handgriff sitzen. Dann wird das Solarflugzeug im Schritttempo zum Testgelände gezogen. Die vier 10-PS-Motoren starten zum ersten Mal unter freiem Himmel. Um den Ingenieuren die Arbeit zu erleichtern, sind die Motorengondeln zunächst noch nicht verkleidet. Anstelle der Kabine muss Testpilot Markus Scherdel aus Sicherheitsgründen mit einer offenen Gitterkonstruktion vorliebnehmen, die ihn für den Fall der Fälle schützen soll – wenn zum Beispiel der Flügel brechen sollte. Heute absolviert der Prototyp die Tests mit Bravour. Und André Borschberg kündigt an: „Es wird nicht mehr lange dauern, und wir werden die Bremsen lösen und den HB-SIA seine ersten Meter rollen lassen.“
Juni 2009
In 10.000 Metern Höhe – ohne abzuheben: Dekompressionskammertest
Wenn ein Flugzeug steigt, sinkt der Sauerstoffgehalt im Cockpit. Und mit ihm die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit der Piloten. In Vorbereitung auf ihren Pionierflug um die Welt haben Bertrand Piccard und André Borschberg diese Umgebung in einer Dekompressionskammer simuliert. Der Luftdruck im Innern der Kammer wurde schrittweise gesenkt – und die Piloten stiegen auf 10.000 Meter, ohne abzuheben. Einerseits, um ihre Ausrüstung zu testen. Aber vor allem, um zu erfahren, wie Körper und Geist beim Ausfall der Sauerstoffmaske reagieren. Dafür lösten sie unter verschieden harten Höhenbedingungen Konzentrationsaufgaben – ohne Maske. „Das war einfach bei 6.000, schwieriger bei 8.500 und sehr schwierig bei 10.000 Meter Höhe“, fasst Borschberg die Ergebnisse zusammen. Während des tatsächlichen Fluges wird der Prototyp daher auf maximal 8.500 m Höhe steigen. Die Luftdichte beträgt hier zwar nur ein Drittel des gewohnten Wertes. Aber darauf sind Piccard und Borschberg nun vorbereitet.
Sehen Sie im aktuellen „Solar Impulse Insight“-Videoclip, wie die beiden Piloten im Solar Impulse-Hangar auf 10.000 Meter emporsteigen – ohne abzuheben.
Mai 2009
Wichtiger Projekt-Meilenstein: Weltpremiere des Prototypen
„Mitansehen zu dürfen, wie das, was man sich vorgenommen hat, langsam Gestalt annimmt, ist eine große Genugtuung, gepaart mit Staunen und intensiver Zufriedenheit.“ – Nach fünf Jahren harter Arbeit wird Solar Impulse am 26. Juni den Prototypen „Solar Impulse HB-SIA“ enthüllen.
Lassen Sie die wichtigsten Fortschritte des Projekts auf dem Weg in eine saubere Zukunft noch einmal Revue passieren.
Mai 2009
Der Flügel des HB-SIA „fliegt“ unter schlechtesten Bedingungen: Belastungstests des Flügels
Die Tests sollen nicht weniger als die schlechtesten Bedingungen simulieren, unter denen das Flugzeug in Turbulenzen fliegen kann. Dafür braucht es Blei. Viel Blei. „Mit wie viel habt ihr ihn jetzt beladen? An welcher Achse? Sollen wir das Gewicht erhöhen? Over.“ Den komplett zusammengesetzten 61-Meter-Flügel des Prototypen „Solar Impulse HB-SIA“ auf seine Belastbarkeit hin zu testen – das stellt nicht nur den Flügel, sondern auch das Solar Impulse Team vor eine große Herausforderung: Von einem Ende des Hangars zum anderen müssen sich die Ingenieure über 61 Meter präzise miteinander austauschen.
Im aktuellen Insights-Video können Sie dem Team während der Belastungstests über die Schulter schauen.
April 2009
Wie eine Hängebrücke im Sturm: Der Flügel des Prototypen im ersten Vibrations-Test
Ruhe, bitte: Das Solar Impulse Team unterzieht den komplett zusammengebauten Flügel des Prototypen „Solar Impulse HB-SIA“ zum ersten Mal einem Vibrationstest. Egal ob Knacken, Knarzen oder Quietschen – jedes noch so kleine Geräusch könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Flügel unter der Vibration bersten und in feine, harte, spitze und sehr scharfe Splitter zerspringen könnte.
Ob der Flügel den Test erfolgreich bestanden hat, sehen Sie im aktuellen Insights-Clip.
März 2009
Über Berg und Tal nach Dübendorf: Drei riesige Leichtgewichte im 10-Tonnen-Truck auf Reisen
Eine unbedachte Bewegung, und die mühevolle Arbeit der letzten Monate wäre in Gefahr. Eine Delle, ein Knacks oder ein Riss an der falschen Stelle, und die Bauteile für den Flügel des Solar Impulse-Prototypen müssten erneut angefertigt werden. Entsprechend groß war die Anspannung, als die drei aus hauchdünnen Kohlestofffaser-Platten gefertigten Bauteile vom Genfer See nach Dübendorf in den Solar Impulse Hangar verfrachtet werden mussten. Damit siedie mehr als 200 km lange Reise über Berg und Tal unbeschadet zu überstanden, wurden die filigranen, je nur 120 kg schweren Teile – sorgfältig in drei riesigen Transportboxen verpackt – per Sonderkonvoi mit einem Sattelschlepper durch die Nacht transportiert. In Dübendorf wartete bereits ein Dutzend Männer, um die Preziosen im Morgengrauen in Empfang zu nehmen und sicher in den Hangar zu tragen, wo sie derzeit zum 61 Meter langen Flügel zusammengesetzt werden.
Verfolgen Sie im aktuellen „Solar Impulse Insight“-Videoclip die spannende Mission der Flügelteile auf Reisen.
Februar 2009
„Wow, das ist wirklich groß!“: Der Flügel des Prototypen entsteht
Kann man sich diese Dimensionen wirklich vorstellen? Ein Flugzeug mit der Spannweite eines Airbus und dabei nur dem Gewicht eines Kleinwagens? 61 Meter und 1500 kg – so steht es in den Bauplänen für den Solar Impulse Prototypen HB-SIA, der zur Zeit in Dübendorf entsteht. Einen wirklichen Eindruck von diesen Ausmaßen bekommt man allerdings erst, wenn man so einem Bauteil für den Flügel gegenübersteht und sich zwei dieser 20-Meter-Teile zusammen von einem Ende der Werkhalle bis zum anderen erstrecken – und die ist groß. Dass die in den Flügelteilen verbauten Platten aus Kohlestofffaser weniger als einen halben Millimeter dick sind und trotzdem stabil sein sollen – unvorstellbar. „Ist diese Kalkulation aus Größe, Gewicht und Widerstandsfähigkeit verrückt? Vielleicht!“, sagt Bertrand Piccard. Schwer zu begreifen, dass die beiden Piloten sich damit schon bald in die Luft schwingen werden, ist es allemal.Im neuen “Solar Impulse Insights”-Videoclip dreht sich alles um den Bau der Flügelteile für den Prototypen in der Décision-Werft. Machen Sie sich ein Bild von den riesigen Dimensionen!
Dezember 2008
„Die Piloten brauchen astdicke Arme und stählerne Muskeln“: Steuerungstests
„Die Piloten brauchen astdicke Arme und stählerne Muskeln“, scherzt Bertrand Piccard, wenn er sich auf die neu dimensionierte Flugsteuerung des Solar Impulse Prototypen bezieht. Statt mit „Servolenkung“ werden die Piloten die Steuerung des Flugzeugs nun mit reiner Muskelkraft bewegen müssen, um unnötigen Verbrauch der zur Verfügung stehenden Solarenergie zu vermeiden. Das bedeutet nicht nur eine erhebliche Kraftanstrengung, sondern auch eine zusätzliche Herausforderung für die Piloten beim Fliegen des 61-m-Prototypen. Wie André Borschberg erklärt: „Wir wissen bereits, dass das Flugzeug schwierig zu steuern sein wird. Zumal wir die neutrale horizontale Position möglichst nie verlassen sollten, wird uns die Steuerung höchste Konzentration abverlangen.“ Bei der Verortung des Flugzeugs in der neutralen Position werden zwei spezielle Instrumente die Piloten unterstützen: ein Fluginstrument, das den künstlichen Horizont ergänzen und dem Piloten den Neigungswinkel des Flugzeugs und den Flugvektor noch präziser anzeigen wird. Und die Mensch-Maschine-Schnittstelle, die den Piloten mittels Vibrationsalarm auf potenziell gefährliche Situationen aufmerksam machen wird.Im „Solar Impulse Insights“-Videoclip „Flight Envelope Tests“ erfahren Sie mehr über die Herausforderungen der Flugsteuerung.
Oktober 2008
„Das war ein unglaublicher Moment“: Erste Lastentests für den Prototypen
Die Atmosphäre in der Solar Impulse Konstruktionshalle war zum Zerreißen gespannt. Würden Cockpit, Achsen oder Heck – allesamt Ergebnis vieler Jahre Forschung, Berechnungen, Simulationen und Tests – brechen? Würde der Rumpf den Belastungen standhalten? Alle Solar Impulse Mitarbeiter hielten den Atem an, als am Cockpit 900 kg Blei und an jeder der drei Heckachsen des Flugzeugs jeweils 300 kg angebracht wurden. Stufenweise wurde die Last erhöht: zuerst 20 % dann 50, 75 und schließlich 100 %. Nach mehreren Stunden Hochspannung - sowohl für das Team als auch für das Prüf-Stück – waren Freude, Beifall und Erleichterung umso größer, als die Struktur des Prototypen den finalen Eignungstest bestanden hatte – mit dem Prädikat „flugtauglich“! Ein Beweis für die richtige Wahl der Technologien und Konstruktionstechniken, mit denen Solar Impulse die Zukunft der Luftfahrt vorwegnimmt.Mit dem „Solar Impulse Insight“-Videoclip „Fuselage Tests“ (Lastentests) können Sie die Anspannung bei den statischen Tests hinsichtlich Biege- und Torsionsverhalten des Flugzeugs unter realen Höchstbelastungen erleben.
[Lesen Sie mehr über die Lastentests]
Juli 2008
„Das war einfach ein Beweis, dass das Projekt wirklich vorankommt“: Tests im Windkanal
Die Maschinen dröhnen. Die Propeller rotieren. Im Solar Impulse Hangar herrscht höchste Anspannung: Heute wird die Leistung der Triebwerke im Windkanal getestet. „Wenn man eine so lange Zeit an technischen Zeichnungen und statischen Teilen gearbeitet hat, ist es ein großartiges Gefühl, zu sehen, wie sich die Teile bewegen“, kommentiert Bertrand Piccard die Tests. Bei dem für 2011 geplanten Solar Impulse-Rekordflug um die Welt werden die vier 10 PS starken Motoren des HB-SIB ausschließlich von der Kraft der Sonne gespeist – entsprechend effizient müssen die Zwei-Blatt-Propeller arbeiten, um das Flugzeug in der Luft zu halten.Sehen Sie im aktuellen „Solar Impulse Insight“-Videoclip, wie die 3,5-Meter-Propeller im Windkanal getestet werden.
Mai 2008
„Es hat sich angefühlt, als würde ich bereits das richtige Flugzeug fliegen“: Solar Impulse Virtual Flight 2008
„Am Anfang dachte ich, ich würde einen Flug simulieren – aber am Ende hat es sich so angefühlt, als würde ich bereits das richtige Flugzeug fliegen.“ – Wo normalerweise am Prototyp des Solarflugzeugs gebaut wird, haben dieses Mal Flugübungen der besonderen Art stattgefunden: der Solar Impulse Virtual Flight 2008, bei dem zum ersten Mal das originalgetreue Cockpit des Prototypen zum Einsatz gekommen ist. Den Anfang der insgesamt viertägigen Testreihe machte Bertrand Piccard, der im Morgengrauen des 15. Mai das Steuer des Flugsimulators übernahm und 25 Stunden lang einen Flug unter Realbedingungen durchführte. Nach knapp tausend Kilometern „landete“ Bertrand Piccard das Solarflugzeug am Mittwoch, dem 16. Mai um genau 8:43 Uhr sicher auf der virtuellen Landebahn. André Borschberg bestieg das Cockpit am Donnerstag in den frühen Morgenstunden und absolvierte die zweite 25-stündige Etappe des virtuellen Flugs bis 7:18 Uhr.Schauen Sie den beiden Piloten in diesem „Solar Impulse Insights“-Videoclip bei ihrem virtuellen Flug über die Schultern.
[Lesen Sie mehr zum Virtual Flight 2008]
Mai 2008
„Ich habe mich extrem gut gefühlt; sehr behaglich und sehr sicher“: Cockpit-Tests
Mit seinen gerade einmal 10 kg ist es ein extremes Leichtgewicht; und das erste greifbare Bauteil des Solar Impulse Prototypen, der zur Zeit in Dübendorf gebaut wird: das Cockpit. In der vergangenen Woche wurde es angeliefert und ersten Tests unterzogen. Dabei wollte das Solar Impulse Team herausfinden, ob die Struktur des Cockpits tatsächlich robust genug ist, um dem Luftwiderstand standzuhalten, der bei einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 100 km/h auf das Solar Impulse-Flugzeug einwirken wird. Wie man das testet?Schauen Sie selbst. André Borschberg hatte bei den Tests schon das Gefühl, „auf der Startbahn zu rollen. Kurz vor dem Take-Off, wie im echten Flugzeug.“